PC-Glossar: Entgeltformen

Was versteht man unter Entgeltformen?

Entgeltformen sind eine wichtige Größe bei betrieblichen Entlohnungsmodellen und beziehen sich auf das Arbeitsentgelt für Arbeitnehmer. Eine Differenzierung der Entgeltformen besteht zwischen Zeitlohn und leistungsreagiblem Entgelt bzw. Leistungslohn, der nochmals unterteilt werden kann in Akkordlohn (Zeit-, Geld-, Stückakkord), Zulagen, Zuschläge und Prämien. Weitere Entgeltformen sind Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder freiwillige Zuwendungen. Bei der Ausgestaltung der Entgeltform sind unterschiedliche Aspekte zu beachten: Die Entgeltform sollte mit den Zielen der Organisationseinheit kompatibel sein und dem Prinzip der Lohngerechtigkeit entsprechen. Nach dem Äquivalenzprinzip stimmen dabei Lohn und Leistung überein und der Lohn steht in einem adäquaten Verhältnis zu dem Lohn der Mitarbeiter und vergleichbarer Arbeitnehmer im selben Tätigkeitsbereich. Zur Ermittlung der Lohnrelation lassen sich die Schwierigkeit der Tätigkeit und die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers als Kriterien heranziehen. Ebenfalls relevant zur Ausgestaltung der Entgeltform ist das Kriterium der Wirtschaftlichkeit. Berücksichtigt werden dabei zum Beispiel die Aufwendungen bei der Entgeltermittlung und der Einführungsaufwand. Weist die Entgeltform ein gewisses Maß an Flexibilität auf, lässt sie sich leichter an variierende Zielsetzung anpassen. Weiterhin zu berücksichtigen bei der Wahl der Entgeltform ist deren Akzeptanzwahrscheinlichkeit unter den Mitarbeitern. Im Idealfall ist die Lohnform so ausgestaltet, dass sie sich förderlich auf die Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter auswirkt. Zu beachten ist auch das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats bei Fragen der betrieblichen Lohngestaltung, Aufstellung von Entlohnungsgrundsätzen und Änderung der Entlohnungsart (§ 87 Nr. 1 Abs. 10 BetrVG).

Unterscheidung von Entgeltformen

Der Zeitlohn eignet sich für Tätigkeiten, bei denen die Leistung nicht direkt messbar ist. Eingesetzt wird er z. B. bei Qualitätsarbeiten, bei gefährlichen Tätigkeiten, solchen mit einer festgelegten Arbeitsgeschwindigkeit und solchen, bei denen Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit eine große Rolle spielen oder wenn keine Anreize für eine quantitative Mehrleistung nötig sind. Das Arbeitsentgelt beim Zeitlohn bemisst sich nach der Dauer der Arbeitszeit (z. B. Stunden-, Wochen-, Monats-, Jahresentgelt) und weist keinen direkten Bezug zur erbrachten Arbeitsleistung auf. Allerdings wird eine Normalleistung vorausgesetzt, die üblicherweise erbracht werden sollte. Ein reiner Leistungslohn fördert die Motivation und Leistungssteigerung von Mitarbeitern eher im geringen Maße. Um besondere Leistungen zu fördern oder zu honorieren sind z. B. Leistungszulagen oder eine Eingruppierung in eine höhere Lohngruppe möglich. Der Akkordlohn ist eine leistungsbezogene Vergütung, die direkt an die Arbeitsleistung gekoppelt. Anstelle der Arbeitsdauer wird beim Akkordlohn die erzielte Arbeitsleistung vergütet. Damit die Lohnform des Akkordlohns umsetzbar ist, sollten folgende Voraussetzungen gegeben sein:
• Akkordfähigkeit: Die Arbeitsleistung ist zeitlich und mengenmäßig erfassbar und die Arbeit regelmäßig wiederkehrend.
• Akkordreife: Der Arbeitsablauf ist möglichst störungsfrei und standardisiert.
• Ausbringungsmenge: Die Ausbringungsmenge ist durch die Arbeit beeinflussbar.
Ermittelt wird der Akkordlohn i. d. R., indem als Bezugsleistung eine Normalleistung festgelegt wird, die von einem Beschäftigten bei normalem Kräfteeinsatz erbracht werden kann. An dieser Normalleistung orientiert sich der Akkordrichtsatz, der aus einem Grundlohn und einem Akkordzuschlag zusammensetzt. Beim Stück- oder Geldakkord wird ein Geldsatz pro Mengeneinheit festgelegt. Stellt der Arbeitnehmer eine größere Mengeneinheit/Stückzahl her als es die Normalleistung vorsieht, erhält er mehr Lohn. Beim Zeitakkord erfüllt der Mitarbeiter seine Tätigkeit unter einer bestimmten Vorgabezeit. Unterschreitet er diese, arbeitet also schneller als vorgesehen, erhält er einen Mehrverdienst zusätzlich zu seinem Grundlohn inkl. Akkordzuschlag. Weiterhin unterschieden wird zwischen Einzel- und Gruppenakkord: Beim Einzelakkord bezieht sich das Entgelt auf die Leistung eines einzelnen Abreitnehmers, beim Gruppenakkord auf eine Gruppe von Arbeitnehmern. Beim Prämienlohn wird das Arbeitsentgelt nach Anforderung bzw. Leistung differenziert. Der Arbeitnehmer erhält einen tariflichen Grundlohn und einen Prämienanteil, der je nach Zielsetzung variieren kann (z. B. Qualitätsprämie, Terminprämie…). Ein Prämienlohn für qualitative Mehrleistung soll die Qualitätsorientierung erhöhen, zum Beispiel zur Erreichung eines einwandfreien Gütegrads. Der Prämienlohn kommt u. a. dann zum Einsatz, wenn die Voraussetzungen für den Akkordlohn nicht gegeben sind.