Was ist Arbeitsorganisation?

Die Arbeitsorganisation dient der Gestaltung der Zusammenarbeit von Arbeitnehmern im Unternehmen sowie der Organisation der Arbeit nach Art und Umfang. Die Maßnahmen der Arbeitsorganisation schaffen wirtschaftliche und soziale Bedingungen für die Zusammenarbeit innerhalb betrieblicher Strukturen, für die Übernahme von Arbeitsaufgaben und Bearbeitung von Aufträgen. Die Arbeitsorganisation ist Ergebnis der Arbeitsgestaltung, also derjenigen Maßnahmen, die die Arbeit so an den Menschen anpassen sollen, dass Arbeitsleistung und Zufriedenheit positiv beeinflusst und Belastungen reduziert werden. Die Arbeitsorganisation umfasst u. a.
• die Art der Arbeitsaufgaben
• die Arbeitszeit
• Festlegung von Entgeltsystemen
• die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Menschen und mit Betriebsmitteln
• die Art der Führung
• die Gestaltung von Informations- und Kommunikationskanälen
• Fälle wie Jobrotation, Gruppen- oder Projektarbeit

Aufgaben der Arbeitsorganisation

Die Arbeitsorganisation umfasst verschiedene Aufgaben zur organisatorischen Gestaltung der Arbeit. Ziel ist es u. a., das Zusammenwirken von Beschäftigten zu optimieren, effektives Arbeiten zu ermöglichen und die Wirtschaftlichkeit der Arbeitsprozesse zu erhalten.
Planung der Arbeitszeit: Hierbei sind im Sinne des Arbeitsschutzes die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) einzuhalten. Beispielsweise beträgt die maximal zulässige Arbeitszeit eines Mitarbeiters nach § 3 ArbZG 8 Stunden und kann auf 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen 8 Stunden Arbeitszeit im Durchschnitt nicht überschritten werden. Zudem hat der Arbeitnehmer nach § 4 ArbZG bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden Anspruch auf eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten, bei einer Arbeitszeit über 9 Stunden beträgt die vorgeschriebene Ruhepause 45 Minuten, wobei die Pausen in Zeitabschnitte von 15 Minuten unterteilt werden können. Arbeitnehmer, die Schichtarbeit leisten, müssen m. E. nach § 5 ArbZG zwischen den Schichten eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden einhalten. Arbeitnehmer, die nachts beschäftigt werden (zwischen 23 Uhr und 6 Uhr), sind nach § 6 ArbZG mit einem angemessenen Lohnzuschlag oder Freizeitausgleich zu entschädigen. An Sonn- und Feiertagen dürfen Arbeitnehmer nach § 9 ArbZG nicht beschäftigt werden. Sonderregelungen gelten für bestimmte Branchen wie zum Beispiel die Pflege oder im Not- und Rettungsdienst, für Sonn- und Feiertagsbeschäftigungen ist jedoch ein Ausgleich zu leisten (§ 11 ArbZG). Je nach Möglichkeit können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmer unterschiedlich flexible Arbeitszeitmodelle anbieten, zum Beispiel die Nutzung eines Arbeitszeitkontos, das Arbeitsstunden dokumentiert, so dass Mitarbeiter Plusstunden sammeln und diese durch Geld- oder Freizeitausgleich abgelten können.
Festlegung von Entgeltsystemen: Die Ausgestaltung der Vergütungssysteme zielt zum Beispiel darauf ab, Leistungsanreize für Mitarbeiter zu schaffen, sie an das Unternehmen zu binden und ihre Motivation durch eine faire Entlohnung positiv zu beeinflussen. Ein Leistungslohn bzw. eine leistungsorientierte Vergütung wird an die tatsächlich erbrachte Leistung eines Mitarbeiters geknüpft. Im Falle eines Akkordlohns beispielsweise, ist die Lohnhöhe abhängig von der erbrachten Leistung in einer Periode. Bei einem Geldakkord wird z. B. die Zahl der gefertigten Stücke mit dem Lohnsatz pro Stück multipliziert. Ein Zeitlohn wird meist für Tätigkeiten gezahlt, bei denen die Leistung nur schwer messbar ist. Der Mitarbeiter erhält einen festen Betrag für die Dauer der geleisteten Arbeitszeit (z. B. monatlich) und unabhängig von der erbrachten Leistung.
Aufgabengestaltung und -verteilung: Die Arbeitsaufgaben von Mitarbeitern sind nach arbeitswissenschaftlichen Grundlagen zu gestalten, so dass u. a. Rücksicht auf die Gesundheit und Sicherheit sowie das Wohlbefinden der Arbeitnehmer genommen wird. Unter- und Überforderungen, Monotonie oder Ermüdung sind langfristig zu vermeiden. Bei der Art der Aufgaben ist darauf zu achten, dass diese den Qualifikationen und Neigungen des Mitarbeiters möglichst entsprechen. Aufgabe der Arbeitsorganisation ist zudem eine Verteilung der Aufgaben zwischen Mitarbeitern sowie zwischen Mitarbeitern und Betriebsmitteln (Maschinen).
Ein Beispiel für die Arbeitsorganisation ist Job-Rotation (Arbeitsplatzwechsel): Hierbei tauschen Mitarbeiter in festgelegten Intervallen ihren Arbeitsplatz und die damit verbundenen Aufgaben. Ein solcher Wechsel kann dazu beitragen, Monotonie und Belastungen zu reduzieren oder die rotierenden Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen zu qualifizieren. Bei einem Job Enlargement (horizontale Umstrukturierung) übernimmt ein Arbeitnehmer weitere Aufgaben mit ähnlichem Anforderungsniveau, beim Job Enrichment (vertikale Umstrukturierung) führt er Tätigkeiten auf einem höheren Anforderungslevel aus.

Ziele der Arbeitsorganisation

Die Arbeitsorganisation ist Ergebnis der Arbeitsgestaltung. Eine gut funktionierende Arbeitsorganisation ermöglicht zum Beispiel ein effektives Arbeiten und optimiert das Zusammenwirken von Beschäftigten und den Umgang mit Arbeitsgegenständen, Informations- und Betriebsmitteln. Ziele sind u. a. die Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Arbeitsprozessen sowie die Motivation von Mitarbeitern, Leistungssteigerung und Mitarbeiterqualifikation, die Gewährleistung von Arbeitssicherheit und eine menschengerechte Arbeitsplatzgestaltung.